"Neue Wege ..."

...in der Feinschweißtechnologie hat Hansjörg Fritz beschritten. In seiner umgebauten Garage in Ballrechten-Dottingen stellte er im August 1999 ein Laserschweißgerät auf, dessen Möglichkeiten im Bereich von Reparatur und Instandhaltung für einige Branchen sehr interessant sind.

Als Hansjörg Fritz aus Ballrechten-Dottingen von anderthalb Jahren auf einer Fachmesse ein Laserschweißgerät entdeckte, war für den Werkzeugmachermeister und Konstruktionsleiter im Spritzgussformenbau eines klar: Das ist die Lösung, um Schäden, die durch hohen Druck, Temperatur, mechanische Belastung sowie durch Verschleiß an Werkstücken entstanden sind, zuverlässig zu beheben, ohne eine zeit- und kostenintensive Neuanfertigung erforderlich zu machen. Der erfahrene Praktiker hatte schon lange das Ziel, porenfreie, glatte und präzise Schweißnähte im Zehntel-Millimeter-Bereich realisieren zu können.

Seit 35 Jahren beschäftigt er sich mit dem Formenbau und weiß, wo es klemmt in der Branche. Die zukunftsweisende Technik kaufte er ein. Gefördert wurde sie mit zinsgünstigen Darlehen über das Programm "Neue Technologien". Eine Investition von 150000 Mark genügte, um in einer umgebauten Garage in der Neuen Kirchstraße nebengewerblich mit einer Dienstleistung zu beginnen, die hochwertig, preiswert und schnell Reparaturen und Instandhaltungen anbietet.

Bekannt ist das Laserschweißen aus dem Schmuck-, Optik- und Dentalbereich. Auf den Werkzeug- und Formenbau war es nicht ohne weiteres zu übertragen. Die verwendeten Stahlsorten weisen nämlich erhebliche Anteile an Kohlenstoff, Chrom, Ferrit und anderen Elementen auf, die in extrem kurzen Aufschmelz- und Erstarrungszeiten mit differenzierter Gefügeausbildung reagieren. Hansjörg Fritz arbeitet deshalb mit Laser-Spezialschweißzusätzen, durch die er in Verbindung mit hochlegierten Werkzeugstählen, Bronzen, Kupfer, Aluminium, Titan und anderen Nichteisenmetallen optimale Ergebnisse erzielt. Die verstellbare Laserstrahloptik ermöglicht kerbfreie Schweißungen auf Kanten, Steilflächen, Kehlen und in tiefen Gravuren ohne ein Erwärmen oder Verziehen des Werkstückes.

Nach zehn Monaten ist Hansjörg Fritz mit der Resonanz sehr zufrieden. Das Auftragsschweißen im Werkzeugbau gibt es nach seinen Aussagen erst seit fünf bis sechs Jahren. Die ausgefeilte Lasertechnik wird seit zwei Jahren angeboten und spricht sich immer mehr herum. In einem relativ großräumigen Radius ist er alleiniger Anbieter dieser qualifizierten Lohnarbeit. Zehn größere und kleinere Unternehmen zwischen dem Kaiserstuhl und Rheinfelden gehören bereits zu seinem festen Kundenstamm. Wenn Hansjörg Fritz bei seinem Arbeitgeber, der Firma Kabo Plastic in Feldkirch, als Konstruktionsleiter seine überwiegend administrativen und konstruktionstechnischen Tätigkeiten beendet hat, sitzt er nach Feierabend und am Wochenende in seiner Garage und schweißt Auftragsarbeiten in unterschiedlichen Dimensionen und Gewichten. Die Praxis mit der hochmodernen Technik macht ihm Spaß. Die Herausforderung reizt ihn. "Noch fünf bis sechs Kunden mehr, dann kann ich meine Anstellung vergessen und mich völlig auf das Laserschweißen konzentrieren", meint er zuversichtlich. Neben dem Werkzeug- und Formenbau würde er gerne noch die Optikbranche bedienen. Der Titandraht liegt schon bereit. Auch der Schmuckbereich käme in Frage. Silber und Gold lassen sich ebenfalls gut lasern, so seine Erfahrung.

Laserschweissen, Badische Zeitung,
Datum: Mai 2000

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